Spitz auf Knopf – MERZ UND MERKEL – GESCHWISTER IM GEISTE!
Kolumne von Georg Gafron
Wie verrückt ist das, werden jetzt viele von Ihnen denken. Unterschiedlicher als diese Zwei können Menschen doch gar nicht sein! Der eine so hochmütig und arrogant, die andere so sanft und bis heute fast gütig erscheinend. Doch am Ende zählen immer nur die Ergebnisse und mit welchen Mitteln sie erreicht wurden – und da überwiegen die Gemeinsamkeiten! Der Mann aus dem Sauerland und die Pfarrerstochter aus Uckermark sind beide hochintelligent, skrupellos und vor allem machtbesessen.
Da ist der unaufhaltsame Aufstieg der Angela Merkel! Ohne Vorlauf in der DDR-Opposition tauchte sie plötzlich in der Wendezeit auf – unscheinbar, bescheiden, aber mit guten Verbindungen! Aus einem der wenigen – SED-treuen evangelischen Pfarrhäusern stammend verhielt sie sich eher unauffällig als angepasste Naturwissenschaftlerin in der DDR.
Auffällig war dabei eine frühe Affinität zu Russland und schon frühe Kontakte über ihr Elternhaus zu Lothar de Maizière, dem Anwalt und späteren ersten frei gewählten CDU-Ministerpräsidenten der DDR, dessen unrühmliches Ende seine Enttarnung als jahrelanger Stasi-IM (Czerni) mit sich brachte. Rechtzeitig genug sorgte er aber für die Zukunft seiner damals so urplötzlich im Dunstkreis des Oppositionskreises „Demokratischen Aufbruch“ aufgetauchten Mitarbeiterin Angela Merkel. Die, so wie er, tief im Inneren dem Traum einer reformierten, aber dennoch sozialistischen DDR nachhingen.
Als der Zug der Deutschen Einheit unaufhaltsam Fahrt aufnahm, galt es sich darauf einzustellen. Getreu der Devise: „If you can’t beat, join!“, ergriff de Maizière fürsorglich die Initiative und empfahl seinem Intimfeind Kohl Merkel zur weiteren Verwendung. Folgsam, fleißig und pflegeleicht erwarb diese schnell die Sympathien des „Alten“, der sie schon bald “mein Mädchen” nennen sollte. Nicht im Entferntesten hatte er damals geahnt, dass ihm ausgerechnet diese bescheidene Frau aus dem Osten in den schwersten Stunden seiner politischen Existenz von hinten den Todesstoß versetzen würde.
„Angies“ eiskalte Stunde kam mit der Spendenaffäre im Herbst 1999. Auch nach seiner Abwahl nach 16 Jahren Kanzlerschaft im Jahr zuvor war Kohl immer noch unangefochten der dominierende Faktor in der Union. Hinzu kam, dass das rot-grüne Nachfolge-Duo Schröder-Fischer nach nur einem Jahr Regierungszeit fast am Ende war. Dies ging so weit, dass der geschlagene Altkanzler im kleinsten Kreis schon über eine erneute Kandidatur nachdachte. Und genau da begann eine, in ihrer unklaren Entstehung, ihren Verästelungen und intrigenhaften Ausweitung bis heute nicht voll durchschaubare Affäre, in deren Ergebnis Angela Merkel zur Kanzlerin und Helmut Kohl ins politische Aus befördert wurde. Höhepunkt und zugleich Schluss-Akkord war die Veröffentlichung eines Offenen Briefes von Angela Merkel kurz vor Weihnachten 1999 in der FAZ, indem sie Kohl zum Rücktritt von allen Ehrenämtern und Funktionen aufforderte, um für die CDU neue Wege zu eröffnen. Das Ganze mit einer Eiseskälte, die man von dieser Frau niemals erwartet hätte, von der Ruchlosigkeit ihrem größten Förderer gegenüber ganz zu schweigen.
Es dauerte nicht lange, bis es ihr gelang, an die Spitze der CDU zu gelangen, um sogleich mit einer umfassenden Kursänderung nach links, und damit dem Kampf gegen das Erbe Kohls zu beginnen.
Es begann damit, den von ihr immer gefürchteten und zugleich ungeschätzten Wolfgang Schäuble unter bis heute ungeklärten Umständen, auf ewig in die zweite Reihe zu verdammen. Doch das alles war erst der Auftakt. Als nächstes bestand Merkels Strategie in der politischen Entkernung der CDU in ihrer Substanz. Schwerpunkt hier war die gleich serienweise Entsorgung der Kohlianer aus allen führenden Positionen der Partei und damit auch des konservativen Profils. Helmut Kohl sprach in diesem Zusammenhang immer wieder vom “Angela Merkel – Gedenkweg”. An seinen Rändern lagen jede Menge tote Männer, an deren Hals sich die Bisswunde einer Schlange befand, die sie zuvor auf dem Arm getragen haben mussten.
Merkel verlieh der CDU ein grünsozialdemokratisch eingefärbtes Bild, das schon bald auch ganze Politikfelder zu prägen begann. Hierzu gehört der Ausstieg aus der Kernenergie ohne wirklich ernsthafte Alternativen, eine unkontrollierte Migrationspolitik, die gewollte und systematische Abkühlung des Verhältnisses zu den USA und der EU sowie die quasi Abhängigkeit von Russland.
Gleichzeitig sickerte ein zunehmend wokes und damit antibürgerliches Segment in alle Bereiche der Gesellschaftspolitik ein. All diese Entwicklungen übergoss sie, gemeinsam mit einer Handvoll Höriger und Abhängiger, mit einem Zuckerguss aus Harmlosigkeit und vermeintlicher Sanftheit. Die Konsequenz aus all dessen ist heute bekannt und hat die Bundesrepublik dahin geführt, wo sie heute vor allem ökonomisch steht.
Der Einzige, der sich dem Schicksal anderer CDU-Größen durch Flucht entzog, war der ihr im Charakter ebenbürtige Friedrich Merz. Die Egozentrik des einstigen treuen Kohlianers Merz war zu ausgeprägt, als dass seine Persönlichkeit das Bashing durch Merkel ertragen hätte. Beliebt war Merz in seiner Partei nie, dafür aber gefürchtet. Schnell machte der Spruch die Runde: „Wenn du stolz erzählst, dein Papagei spricht drei Sprachen, dann dauert es nicht lange, bis Merz hinzufügt, meiner spricht aber fünf“. Er erträgt es einfach nicht, wenn andere besser sind. Bekanntlich führt dies zu Einsamkeit und geringen Beliebtheitswerten. Nicht umsonst bedurfte sein Weg zurück an die CDU-Spitze mehrfacher Anläufe und Niederlagen. Nie hat er die Kränkung durch Merkel verwunden, das Ziel der Kanzlerschaft als Revanche übersteigt selbst seine materiellen Begierden. Je mehr die Biologie seinen Karrierechancen ein natürliches Ende setzt, umso opportunistischer ordnet er sein Hauptziel, “König von Deutschland” zu werden, allen Überzeugungen unter – das betrifft auch sein ständiges kuschen vor dem immer noch starken Merkelflügel.
Aufmerken musste man schon, als er dem einstigen Gönner Helmut Kohl nach dessen Sturz nachrief, “er (Merz) habe in tiefe Abgründe gesehen”. Die Krönung allerdings war dieses: Merz sandte Kohls Geschenk zur Kommunion seines Sohnes, ein Set handgeschnitzter und geweihter Pfeile aus einem japanischen Kloster, mit der Begründung, er könne das Geschenk eines Kriminellen nicht akzeptieren, an den Absender zurück. Ein Vorgang, der den Kanzler der Einheit mehr als vieles andere zutiefst verletzte.
Der Höhepunkt des Opportunismus der Macht wegen ist jetzt der größte Wahlbetrug in der Geschichte der Bundesrepublik. Wie leicht es Merz damit nimmt, zeigt ein Satz erst vor wenigen Tagen: Wenn es schief geht, dann werde ich damit fertig. Anders als mein Gegenüber Klingbeil, der noch einen längeren Weg seiner Karriere vor sich habe. Dass es dabei um Deutschland geht und nicht um banale Karriereplanung scheint, dabei keine Rolle zu spielen.
Merkel und Merz haben durch gemeinsame Skrupellosigkeit, egomanisches Machtstreben und mangelnde Liebe zu Deutschland und das Wachstum der AFD mehr befördert als jede noch so hohe Brandmauer.