Spitz auf Knopf – Berliner – Hört die Signale!
Kolumne von Georg Gafron
In wenigen Tagen sind auch die Berliner an die Wahlurnen gerufen. Zwischen sieben Parteien können Sie entscheiden: CDU, SPD, Grüne, AfD und der Linkspartei – schließlich kommen noch die FDP und die Wagenknechtpartei BSW hinzu.
Die Umfrageergebnisse so kurz vor dem Tag der Entscheidung am 20.09. müssen jedem geschichtsbewussten Menschen die Sprache verschlagen. Die SED, die niemals aufgelöste Diktatur-Partei der DDR, tritt nach mehrmaligen Umbenennungen – diesmal „Die Linke“ – an und liegt mit 22 % weit vor allen anderen an der Spitze. Ausgerechnet in Berlin, der Stadt des Mauerbaus, erlebt die Partei der Mauerbauer einen phänomenalen Wiederaufstieg. CDU und AfD belegen mit je 18 % die Ränge zwei und drei, gefolgt von den Grünen mit 16 % und der einstigen „Berlinpartei“ SPD mit 13 %. Dabei sind es nicht mehr die alten Genossen im Ostteil der Stadt, denen die SED ihren Erfolg verdankt. Es sind vielmehr vor allem junge Wähler, die dem Traum vom Sozialismus verfallen sind. Die Vision vom Paradies auf Erden als Fernziel erfüllt offensichtlich die Sehnsucht gerade junger, an-akademisierter Menschen nach einer Sinnsetzung im Leben. Besonders erschreckend ist dabei, dass sich die SED von heute wieder in Beschönigung der Massenmörder wie Stalin, Mao und der Untaten des SED-Regimes in der DDR übt. Das Ganze wird durch einen besonders unappetitlichen Antisemitismus und den Hass auf den Staat Israel gekrönt. Dies alles geht in einer locker-fröhlichen und dabei aggressiven Weise vor sich.
Natürlich hat aus Sicht der Kommunisten der Weg zum Glück einige konkrete Voraussetzungen. Als grundlegend gilt dabei die Vergesellschaftung des Privateigentums an den Produktionsmitteln – im Klartext die Enteignung. Als Erstes hat sich die Linkspartei als Versuchskaninchen die Immobilienwirtschaft ausgesucht. Schon ist bei den Genossen die Rede von einer staatlichen Wohnungsbaugesellschaft à la DDR. Als ob der Staat jemals der bessere Unternehmer gewesen sei. Offensichtlich ist der katastrophale Zustand des Wohnungsbestandes am Ende der DDR in Vergessenheit geraten. Wie man sich überhaupt fragen muss, wie schnell die Verhältnisse unter der jahrzehntelangen Diktatur der SED aus dem Bewusstsein verdrängt wurden. Eine Frage, der sich besonders unsere Schulen und Universitäten stellen müssen. Schon jetzt warnen nicht nur einige Banken wie die Volksbanken und Sparkassen vor negativen Folgen für das Investitionsklima in Berlin, falls die Pläne von Linkspartei, aber auch von Teilen der SPD und Grünen, an der Spree Wirklichkeit werden sollten.
Doch es liegt auch an uns allen, ob die linke Schreckensvision Wirklichkeit wird. Immerhin würde eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD eine Mehrheit von 47 % der Stimmen auf sich vereinigen. Klar ist aber auch, dass es durchaus Schnittflächen zwischen Grünen, SPD und Linkspartei gibt. Es kommt also diesmal darauf an, die bürgerlichen Kräfte so zu stärken, dass bei einer Regierungsbildung kein Weg an ihnen vorbeiführt. Dazu gehört übrigens auch die FDP, auch wenn sie bislang noch von der 5-%-Hürde bedroht ist. Die nationalkonservative AfD ist aufgrund ihrer putinfreundlichen und antieuropäischen Haltung ebenfalls keine Alternative.
Natürlich gibt es noch einen Tipp, den Weg, ins Paradies der Linken abzukürzen. Dieser Vorschlag stammt übrigens von einem guten persönlichen Freund aus der Branche. Das Beste wäre danach, das Zahlen von Mieten generell abzuschaffen. Erstens crashte die Branche, als nächstes die Banken, das Glück aller stünde vor der Tür. Aber das war wohl nur ein Scherz!
Berliner – hört die Signale und nehmt euer Wahlrecht wahr, um das uns so viele in der Welt immer noch beneiden!
