Rückblick 2026
Berichte und Fotogalerien

RDM-Neujahrsempfang 2026

Neujahrsessen des Ring Deutscher Makler Landesverband und Brandenburg am 14. März 2026 im China Club Berlin

von Georg Gafron

In diesem Jahr hatte sich Markus Gruhn, der Präsident des “Ring Deutscher Makler Berlin-Brandenburg“, eine ganz besondere Destination für seinen Neujahrsempfang auserkoren. Geladen wurde die Crème de la Crème der Berliner Immobilienszene in die wohl luxuriöseste und zugleich originellste Örtlichkeit der Stadt. Inmitten erlesener klassischer chinesischer Kunst und Designs bis hin zum Kitsch aus Maos Tagen werden auserlesene Spitzen, der chinesischen Küche serviert. Normalerweise muss man eingetragenes Mitglied sein, um die Gemächer des “China Club” genießen zu dürfen.

Mit einer Spitze von Selbsthumor bemerkte einer der Gäste: „Hier trifft sich der Adel der Stadt im Kronpalais der Stadt“ und fügte hinzu: „Wieder einmal hat Markus Gruhn ein gutes Näschen bewiesen. Alle reden vom Sparen, vielleicht ist das der Grund, dass er als überzeugter Katholik seinen Neujahrsempfang so knapp vor Ostern platziert hat.

Und dass das wirklich so ist, bewies Gruhn gleich bei der Eröffnung: keine schmusigen Worte, keine Elogen auf die wirtschaftliche Situation der Stadt und die Lage in Deutschland überhaupt! Deutschland stecke in einer Krise und bewege sich jeden Tag tiefer hinein. Geredet, so Gruhn, werde viel, auch darüber, was eigentlich geschehen müsse. Wirkliche Änderungen mit dem Ziel grundlegender Reformen seien aber nicht in Sicht. Dabei wisse jeder, worauf es jetzt ankomme – mehr Wettbewerbsfähigkeit unserer Industrie, Entbürokratisierung aller Bereiche und vor allem die Einsicht, dass unser Land weit über seine Verhältnisse lebt, bei all dem aber fehle es der Politik der Mut zur Wahrheit.

Bevor es mit dem Menü losging ließ es sich Markus Gruhn nicht nehmen, einen der wichtigsten katholischen Priester den Steyler Missionar Pater Dr. Gerald Tanye nach vorne an das Rednerpult zu bitten, damit er allen Mitgliedern, Anwesenden und Angehörigen Gottes Segen für das neue Jahr spenden konnte. Das hat es im China Club auch noch nicht gegeben.

Den Auftakt eines wahren Reigens von Köstlichkeiten bildeten Garnelen im Wasabimantel.

Kein leichter Moment für Berlins Finanzsenator Evers. Was hätte er auch sagen sollen, anstatt ehrlicherweise dem Vorredner Beifall zu spenden. Evers wäre aber kein Politiker unserer Tage, wenn er nicht doch geschickt die Kurve bekommen hätte.

Natürlich stünden wir alle vor harten Einschnitten, ohne dass er freilich konkret wurde. Vielmehr vertiefte er das Thema Digitalisierung und KI. Die Revolution, die uns hier bevorstehe, sei notwendig und würde die Gesellschaft fundamental verändern. Jedem müsse klar sein, dass es viele Arbeitsplätze in Zukunft nicht mehr geben würde. Dann aber hellte sich die Miene des Obersten Stadtkämmerers sichtbar auf. Dies sei aber kein Grund zur Verzweiflung – im Gegenteil. Viele neue Möglichkeiten würden sich für alle ergeben. Ein bisschen fühlte man sich an den berühmten Dr. No aus den James-Bond-Filmen erinnert, der nur die Hand auflegen müsse und alles wird gut.

An der Tafel ging es fortan mit einer Spitzenkreation von Entenklein in Sauerscharfsuppe weiter.

Als gelungene Überleitung zu den Hauptgängen war der, bei den Veranstaltungen Gruhns schon zum Stammrepertoire gehörende, linke Politstar Gregor Gysi an der Reihe. Gekonnt reihte er Bonmot auf Bonmont und sparte dabei nicht mit Selbstironie auch an Vorgängen an seiner Partei. So bezeichnete er die linke Vorsitzende Heidi Reichinnek als eine Frau, von der er den Eindruck habe, dass sie häufig schneller rede, als sie denke. Wahrscheinlich hat er da noch nicht gewusst, dass seine eigenen Genossen ihm gerade empfohlen hatten, dringend einen Kurs über Rassismus zu absolvieren, sonst hätte gerade er sich diese Unverschämtheit verbitten müssen. Nur, weil er gefährliche Zeichen von Antisemitismus bei seinen Genossen erkannt hatte. Doch wie hieß es schon so schön über die jakobinischen Gräuel am Ende der Französischen Revolution: „Die Revolution frisst ihre Kinder.“ Kurzum, ein bemerkenswerter Auftritt mit besonderer Note.

Bevor Kaweh Niroomand, einer der erfolgreichsten Sportmanager Deutschlands und heutiger Boss der Berliner Olympiabewerbung, zum Endspurt ansetzte, präsentierte die Gourmet-Küche noch einmal eine Auswahl an Hauptgerichten.

Gekochter Steinbutt im Gemüsebett mit einer sensationellen Soße, perfekt zubereitete Pekingente sowie Rindfleisch mit Frühlingslauch und pikanten Tofu.

Wenn es allein nach der Ausstrahlung und der Überzeugungskraft dieses Mannes ginge, müsste Berlin den Zuschlag für die Sommerspiele 2036 schon in der Tasche haben. Denn um seine wichtigste Botschaft für die Eignung der deutschen Hauptstadt kommt eigentlich niemand herum: Wenn Olympische Spiele in Deutschland, dann könne die Wahl nur auf Berlin fallen. Auch die Kostenrechnung gehe auf, und viele der technischen Gegebenheiten erfüllten schon jetzt alle Anforderungen. Allerdings weiß auch der erklärte Olympiafan und internationale Profi, dass der Funke auf Berlin selbst noch nicht übergesprungen ist.

Nach dem schließlich alle das schon legendäre Sago-Süppchen mit Vanilleeis genossen hatten, strömten die Gäste allesamt zufrieden mit diesem Neujahrsempfang und seiner ehrlichen Gestaltung davon.